16. Februar 2019


Prof. Thomas Wehrmüller: Leiter des Instituts für Facility Management an der ZHAW, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
Sich mit komplexen und strategischen Fragestellungen vertieft auseinandersetzen

Sich mit komplexen und strategischen Fragestellungen vertieft auseinandersetzen

Frage: Welche Voraussetzungen sind nötig, um erfolgreich ein Studium in Facility Management zu absolvieren?
Antwort: Grundsätzlich braucht es vielseitige Interessen sowie Freude am Kontakt zu Mitarbeitenden und Kunden.
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Vielseitig und abwechslungsreich
Facility Managerinnen und Manager sind heute vornehmlich in der Hotellerie, der Hauswirtschaft und im Gesundheitswesen tätig. Oder in Industrie- und Produktionsunternehmen, Unternehmungen und Bürogebäuden aller Art, Gemeinden und Einrichtungen der öffentlichen Hand, bei Verkehrsbetrieben und auf Flughäfen, in Einkaufszentren, Sportstadien oder im Bereich Eventorganisation. Stark gewachsen ist in den letzten Jahren der Einsatz von Facility Managerinnen und Managern in Beratungsunternehmen.

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Mehr Informationen Im Internet


www.ifm.zhaw.ch
www.ifma.ch
www.fmpro-schwetz.ch

Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Facility Managerinnen und Managern steigt international, aber auch in der Schweiz, markant an. «Facility Management braucht es in allen Branchen und in allen Ländern. Dementsprechend breit sind die Einsatzmöglichkeiten», betont Thomas Wehrmüller von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW. Wo ein zunehmendes Bedürfnis nach Professionalisierung vorhanden sei, wachse auch der Bedarf an Facility Managern. Ein Facility Manager unterstützt mit seinem Team das Kerngeschäft eines Unternehmens durch analytische Planung, pragmatische Umsetzung und sorgfältige Steuerung der gebäudebezogenen Prozesse und der personenbezogenen Dienstleistungen. Das Institut für Facility Management der ZHAW bietet auf verschiedenen Ebenen Ausbildungen an. Durch einen ausgewogenen Mix relevanter Disziplinen erwerben Studierende im Rahmen ihrer Ausbildung aktuelles Wissen und Kompetenzen unter anderem aus den Wirtschafts-, Sozial-, Ernährungs- und Ingenieurwissenschaften. Nur so sind sie später in der Lage, den wachsenden Anforderungen dieses dynamischen beruflichen Umfelds gerecht zu ­werden.


Interkulturelle Kompetenzen
Bei den Bachelor-Studierenden, die während ihres Studiums ein Praxissemester absolvieren, zeige sich, dass deren vielfältige Kenntnisse und breites Wissen im betrieblichen Alltag eine höchst geschätzte Kompetenz sind, sagt Wehrmüller. «Hat ein Facility Manager den Ehrgeiz, sich mit komplexeren und strategischen Fragestellungen vertieft auseinanderzusetzen, dann eignet er sich im konsekutiven Master of Science exakt diese Kompetenz an.» Neben der strategischen Ausrichtung ist auch der Fokus auf die Internationalität zentral. So wird der Master in Englisch absolviert, die Teilnehmenden stammen aus den verschiedensten Kontinenten und Ländern. Dies ermöglicht es den Studierenden, interkulturelle Kompetenz zu erwerben.


Der umfassende Allrounder

Um erfolgreich ein Studium in Facility Management zu absolvieren, brauche es vielseitige Interessen sowie Freude am Kontakt zu Mitarbeitenden und Kunden, betont Wehrmüller. Für den Bachelor ist eine Berufsmatur oder eine gymnasiale Matur mit einem Praxisjahr Voraussetzung. Für den Master braucht es einen Bachelor in Facility Management oder einem verwandten Gebiet wie Betriebswirtschaft, Architektur, Gebäudetechnik, Bauingenieurwesen oder Hotellerie. Für den MAS (Master of Advanced Studies) sind zwei Jahre Berufserfahrung sowie eine Hochschulausbildung Voraussetzung. Unter Facility Management versteht man heute das ganzheitliche Management aller Gebäude, Einrichtungen und Dienstleistungen zur Unterstützung des Kerngeschäfts verschiedenster Unternehmungen. Mit andern Worten: Der Facility Manager ist weniger der Spezialist, sondern vielmehr der umfassende Allrounder. Er kann sich aber während des Studiums auf bestimmte Themen konzentrieren und sich dort vertieftes Wissen aneignen – zum Beispiel im Bereich nachhaltiges Bauen oder Betreiben von Immobilien. Im personalintensiven Reinigungsdienst kann sich ein erfolgreicher Facility Manager mit den verschiedensten Kulturen und Personen, die in einem Reinigungsteam zusammenkommen, vertraut machen und damit seine Führungsqualitäten unter Beweis stellen.


Massgeblicher Wettbewerbsfaktor

Im Zentrum der Tätigkeit eines Facility Managers steht einerseits der langfristig optimale Einsatz der Ressource Immobilie über den ganzen Lebenszyklus. Anderseits spielen die personenbezogenen Dienstleistungen zur Schaffung von optimalen Wohn-, Arbeitsplatz- und Aufenthaltsverhältnissen eine wichtige Rolle. Die integrale Bewirtschaftung von Immobilien und Dienstleistungen werde von Unternehmen zunehmend als massgeblicher Wettbewerbsfaktor erkannt, erläutert Thomas Wehrmüller. «Heute kaufen zum Beispiel Banken Einrichtungen, die genau solche Dienste anbieten. Sie sind an diesen Modellen höchst interessiert.» Wichtig sei aber auch, dass das Facility Management nicht nur unter dem Aspekt Kosten betrachtet werde. Wenn etwa durch geeignete Bürokonzepte oder Dienstleistungen das Kerngeschäft produktiver ausgerichtet werden könne, übersteige der Nutzen die Kosten um ein Vielfaches. Die Nachfrage nach Facility Managerinnen und Managern war noch nie so gross wie heute. Und sie steigt weiterhin markant an, international, aber auch in der Schweiz. «Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen wissen den ganzheitlichen Ausbildungsansatz der Studiengänge Bachelor of Science, Master of Science und Master of Advanced Studies für ihre zukünftigen und bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr zu schätzen», fasst Thomas Wehrmüller zusammen.



CHRISTIAN LANZ

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